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Mein erster fester Freund

Ich werde ihn nie vergessen: Den ersten Kuss von meinem ersten festen Freund. Obwohl es schon so viele Jahre her ist.

Ich kannte ihn vom Sehen. Wir waren auch schon im Freundeskreis zusammen weggegangen. Und er gefiel mir vom ersten Augenblick. Sein Aussehen, seine Stimme. Und sein Lachen, bei dem sich seine Augen zu Schlitzen verengten. Ich hätte jedoch nie geglaubt dass ich eine Chance bei ihm hätte und das wir schon bald ein Paar sein würden.

Ich war klein und nicht ganz superschlank und vor ein paar Monaten 15 geworden. Er war sehr groß und schlank, hatte breite Schultern, wunderschöne dunkelbraune Augen, volle Lippen und war schon 17. Für mich sah er einfach unglaublich gut aus. Beide hatten wir dunkle Haare. Wobei seine glatt und fast schulterlang waren und meine überschulterlang und wellig.

Es war ein warmer Sommerabend. Er drehte mit dem Fahrrad seine Runden auf dem Platz. Ich saß auf einer Tischtennisplatte und ich baggerte ihn ununterbrochen verstohlen an und konnte meine Augen nicht von ihm lassen.. Er seine aber auch nicht von mir. Irgendetwas an mir zog ihn an. Immer wieder fuhr er mit seinem Rad in großem Bogen um mich herum.

Plötzlich fuhr er ran und fragte mich – mit seiner männlichen tiefen Stimme – ob ich ein bisschen mit ihm rumfahren wollte. Und ob ich wollte. Er hob mich, mit Leichtigkeit, auf die Fahrradstange. Ich war wohl schon so hingerissen von ihm, dass es mir nichts aus machte auf diesem harten unbequemen Stück Metall zu sitzen.

Da saß ich nun. Zwischen seinen Armen. Mein Herz raste. Und er fuhr mit mir durch den Park. Der Wind strich mir durch die Haare. Ich konnte seinen Körpergeruch wahr nehmen. Das machte mich ganz kribbelig. Ich lehnte mich zurück, gegen seine Brust. Ich war glücklich.

Manchmal beugte er sich noch mehr vor und legte seine Wange an meine. Dann hüpfte mein Herz immer ein kleines bisschen. So, als ob er über einen Stein fahren würde.

Er suchte uns eine Bank. Wir setzten uns und er zog mich an sich. Wir sahen uns tief in die Augen. Er lächelte mich die ganze Zeit an. Ich konnte sehen, wie weich seine vollen Lippen waren.

Dann beugte er sich zu mir runter und gab mir einen Kuss. Ich dachte ich müsste vor Freude zerplatzen. Und seine Lippen waren tatsächlich so weich wie sie aussahen. Dieser Kuss war – bis dahin – eines der bedeutendsten Dinge in meinem Leben.

So saßen wir noch eine Weile da. Bis seine Freunde kamen und ihn mitnahmen. Später am Abend ging ich noch mal raus. Ich setzte mich auf eine versteckte Treppe und träumte ein wenig. So schnell ließ mich das Geschehene nicht los. Als ich aufblickte stand mein Traummann auch schon wieder vor mir. Er setze sich zu mir, hielt mich, wie schon vorher, in den Armen und küsste mich. Und es war genau so schön, oder sogar noch schöner, wie beim ersten Mal. Als es Zeit für mich war nach Hause zu gehen begleitete er mich bis vor die Tür. Noch einige Minute hielt er mich in den Armen und dann sagte er: „Du weißt schon, dass wir jetzt zusammen sind?“

Ich glaubte, mein Herz würde vor Freude zerspringen...





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